Friedensweg der Religionen in Erlangen

Erklärung 2010

Erklärung des Friedenswegs der Religionen in Erlangen 2010

Verantwortung für ein friedliches Zusammenleben

Wir leben in einer Zeit, in der Menschen überall wahrzunehmen beginnen, dass die Welt ein globales Dorf ist. Die Gefahren und Verheißungen dieser neuen Realität bringen zum Bewusstsein, dass wir Menschen – auch in Erlangen – voneinander abhängig sind und Verantwortung für das Wohl der Erde und dieser Stadt tragen.

Unsere Stadt und die ganze Erde kann aber nicht zum Besseren verändert werden, ohne dass das Bewusstsein des Einzelnen sich ändert. Deshalb verpflichten wir uns auf ein gemeinsames Ethos: auf ein besseres gegenseitiges Verstehen sowie auf ein sozialverträgliches, friedensförderndes und naturfreundliches Zusammenleben.

In Erlangen besteht die Möglichkeit des kreativen Zusammenwirkens der Religionsgemeinschaften auf besondere Weise.

  • 10 Jahre Erlanger Friedensweg haben gezeigt: Alle Religionen wollen friedlich zusammenleben.
  • 10 Jahre Erlanger Friedensweg haben gezeigt: Alle Religionen besitzen gemeinsame ethische Werte, Standards und Haltungen.

Diese Werte verbinden die Menschen aus allen großen Religionen und ethischen Traditionen. Ihnen allen ist die Verwirklichung von Frieden und Gerechtigkeit und die Bewahrung der Erde ein zentrales Anliegen.

Das Parlament der Weltreligionen hat in seiner „Erklärung zum Weltethos“ festgestellt: Oberster Grundsatz aller Religionen ist die Menschlichkeit.

Deshalb besteht die Grundforderung: „Jeder Mensch, ob Mann oder Frau, weiß oder schwarz, reich oder arm, jung oder alt muss menschlich behandelt werden:“

Dabei kommt den Religionen eine besondere einheitsstiftende Rolle zu, denn: Die „Goldene Regel“ der Gegenseitigkeit kann in allen großen Religionen der Welt gefunden werden:

„Was Du nicht willst, das man Dir tut, das füg auch keinem anderen zu.“

Oder positiv formuliert:

„Was Du willst, das man Dir tut, das tue auch den anderen.“

Das heißt konkret:

  • Wenn wir ein Recht auf Leben haben, dann haben wir die Pflicht, Leben zu respektieren.
  • Wenn wir ein Recht auf Freiheit haben, dann haben wir die Pflicht, die Freiheit anderer Menschen zu respektieren.
  • Wenn wir ein Recht auf Sicherheit haben, dann haben wir die Pflicht, die Bedingungen für jeden Menschen zu schaffen, die Sicherheit  gewährleisten.
  • Wenn wir ein Recht haben auf Meinungs-, Gewissens- und Religionsfreiheit, haben wir auch die Pflicht, die Meinungen und religiösen Prinzipien anderer zu respektieren.

Wir sind überzeugt, dass die Weltreligionen das ethische Potential besitzen, die Welt zum Besseren zu gestalten!

In diesem Sinne zielt der Erlanger Friedensweg sowohl auf einen intensiveren interreligiösen Dialog vor Ort ab als auch auf die Verwirklichung des globalen Weltethosprojektes, das vom Parlament der Weltreligionen 1993 in Chicago verabschiedet wurde.

Deshalb verpflichten wir uns:

  • auf eine Kultur der Gewaltlosigkeit und der Ehrfurcht vor allem Leben,
  • auf eine Kultur der Solidarität und eine gerechte Wirtschaftsordnung,
  • auf eine Kultur der Toleranz und ein Leben in Wahrhaftigkeit,
  • auf eine Kultur der Gleichberechtigung und die Partnerschaft von Mann und Frau

So wollen wir uns auch weiterhin für ein friedliches Miteinander in unserer Stadt einsetzen, weil wir überzeugt sind:

„Frieden zwischen den Menschen und zwischen den Religionen ist immer möglich.“

Erlangen, 1. Oktober 2010

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